Fantasy, Jugendbuch

Das Labyrinth des Fauns von Cornelia Funke & Guillermo del Toro | Rezension | Booksmagick


Was ich darüber denke

Mit Klick aufs Buch geht’s zur Verlagsseite!

Zunächst wollte ich mich nicht vom Hype mitreißen lassen. Ein neues Buch von Cornelia Funke! Den zweiten Drachenreiter Band habe ich nicht gelesen, weil ich Angst hatte, meine Kindheitserinnerungen an den ersten Band zu zerstören. Ich mag es nicht, wenn etliche Jahre später eine Fortsetzung von Büchern kommt. Aber Das Labyrinth des Fauns? Das ist eine ganz neue Geschichte, inspiriert von Guillermo del Toros Film ‘Pan’s Labyrinth‘. del Toro war es, der auf Cornelia Funke zugegangen ist und sie gebeten hat, eine Romanfassung zu schreiben, nachdem er die Tintenwelt Bücher gelesen hatte.

Witzigerweise haben sich gleich vier meiner Arbeitskolleginnen das Buch sofort gekauft und ich wurde einfach mitgerissen. 😀 Ich hatte schon Angst, dass mir die Bücher ausgehen könnten, da ein Viertel der Belegschaft das Buch selbst gekauft hat. Zum Glück kam dann aber rasch Nachschub.

Zuallererst ist mir natürlich das wunderschöne Cover aufgefallen, mit den silbernen Elementen und den kleinen Details, die man erst auf den zweiten Blick sieht. Unter dem Schutzumschlag ist das Buch fast noch schöner, aber ich will nicht verraten, was darunter abgebildet ist. Auch durch das Buch selbst ziehen sich die phantastischen Illustrationen von Allen Williams.

Wenn man Cornelia Funke liest, dann ist man eingestellt auf Erzählkunst auf höchstem Niveau. Das ist das erste, das einen in ein Funke-Buch zieht: die wunderschöne Sprache voller Bilder und Beschreibungen, die die Buchwelt zum Leben erwecken. Kaum über die erste Seite hinausgekommen, da hatte ich mich wieder in den Schreibstil verliebt.

Es war einmal ein Wald, im Norden Spaniens, so alt, dass er Geschichten erzählen konnte, die längst vergangen und von den Menschen vergessen waren. Die Bäume ankerten so tief in der moosbedeckten Erde, dass sie die Gebeine der Toten mit ihren Wurzeln umfassten, während sie die Äste nach den Sternen streckten.

s. 9

Es gibt zwei Handlungsstränge im Buch, die sich über die Zeit hinweg miteinander verbinden. Zum einen die Geschichte der Prinzessin Moanna aus dem Unterirdischen Reich, die sich an die Oberfläche geschlichen hat und seitdem vom gesamten Königreich gesucht wird. Ihre Geschichte wird in leicht märchenhaften Kapiteln erzählt, denen immer eine wunderschöne Illustration vorangestellt wird. Ich wollte mehr von diesen Kapiteln, da der Schreibstil nochmal märchenhafter und poetischer war als der ‘normale’ Handlungsstrang.

Die Illustrationen!! ❤

Ofelia ist die Protagonistin im zweiten Handlungsstrang, der 1944 in Spanien spielt. Ofelia und ihre Mutter ziehen in die alte Mühle neben einem verfallenen Labyrinth, in der Ofelias Stiefvater seine Militärbasis eingerichtet hat. Der Capitán ist ein grausamer Mensch, der die Rebellen, die sich im Waldgebiet verschanzen, um jeden Preis auslöschen will. Hier gibt es einige recht brutale und detaillierte Szenen.

Ofelia geht dem Wolf, wie sie ihren Stiefvater im Geheimen nennt, so gut es geht aus dem Weg und sucht Zuflucht in ihren Büchern und Geschichten.

Bücher hätten ihr so viel mehr erzählen können, über diese Welt und über ferne Orte, über Tiere und Pflanzen, über die Sterne! Sie konnten Fenster und Türen sein, Flügel aus Papier, die einem halfen, davonzufliegen.

Eine Fee taucht plötzlich an Ofelias Seite auf und führt sie durch das Labyrinth zu einem uralten Faun, der ihr drei Aufgaben stellt. Erfüllt sie sie, ist sie die verlorene Prinzessin des Unterirdischen Reiches.

Ofelia lebt in einer Welt voller Schmerz, Hass und Leid. Dass sie die verschollene Prinzessin sein soll, stellt sie nur kurz in Frage, bevor sie dieses Märchen der Realität um sie herum vorzieht. Ich hätte mir mehr Magie im Buch gewünscht, mehr vom Unterirdischen Reich und seiner Geschichte, von den verschiedenen Kreaturen und Sagen und Märchen. Dafür weniger von der Grausamkeit des Capitáns und dem Krieg, der zu dieser Zeit gewütet hat.


Fazit

Wunderschöne Sprache und eine poetische, magische Geschichte um Ofelia, das Unterirdische Reich und eine lang verschollenen Prinzessin. Manche Stellen waren mir fast ein wenig zu brutal und ich hätte mir ein bisschen mehr Magie gewünscht. Trotzdem ein wunderschönes Buch – innen und außen – das Funke hier gezaubert hat. Wird auf jeden Fall weiterempfohlen!


Bibliographie

  • Autoren: Cornelia Funke & Guillermo del Toro
  • Illustrator: Allen Williams
  • Seiten: 330
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Verlag: Fischer Sauerländer
  • Erscheinungsdatum: 02.07.2019
  • ISBN: 978-3-7373-5666-4

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s